| Sehr geehrte
Seitenbesucher, erlauben
sie mir bitte zu Beginn einen Hinweis auf die
Überarbeitung des nachstehend beschriebenen
Büchleins
Ölmalerei in alter
Technik - meine Praxis.
Seit 1973 betreibe ich
meinen Kleinverlag. In meiner Hand lagen die
Tätigkeiten Malen, Fotografieren, Schreiben,
Setzen, Drucken, Buchbinden und - sofern sich
Käufer fanden - auch Verkaufen. Weil
Buchhandlungen ihren Kunden immer häufiger
mitteilten, "das Buch gibt es nicht"
oder "es ist ausverkauft" oder "ob
eine Neuauflage nochmals erscheint, können wir
nicht beurteilen", habe ich mich aus
verständlichen entschlossen, ab 2009 auf die
Mitwirkung der Buchhändlervereinigung ganz zu
verzichten. Als unmittelbare Folge meiner Absicht
gebe ich auf meinen Nachdrucken und
Überarbeitungen heute schon keine ISBN-Nummern
mehr an.
Andere Veränderungen sind:
1. Das Buchformat ist jetzt
DIN A 5 (hoch).
2. Die Schriftgröße beträgt jetzt 10 Punkte.
3. Die 4 Farbtafeln am Ende des Textes entfallen.
Begründung: Im Zuge meiner Überlegung, den
Verlag demnächst aus Altersgründen nicht
schließen zu müssen, habe ich vorgesorgt.
Derjenige, der den Verlag weiterführen wird,
soll mit den Tätigkeiten des Setzens, Druckens
und Buchbindens keine Befassung mehr haben, so
daß ich mich veranlaßt sehe, demnächst ein
Unternehmen aus der Branche "books on
demand" rechtzeitig zu beauftragen.
"Books on demand" werden unter
vertretbaren Herstellungskosten auch in
Kleinauflagen in schwarz-weiß gedruckt.
Nach meinen statistischen Aufzeichnungen hat
praktisch jeder, der dies Malerbüchlein kaufte,
auch mein Malervideo "Malen geht ganz anders
als Malen" erworben. Im ersten Drittel der
Erklärungen im Video ergibt sich die
Möglichkeit, Farbwirkungen anhand praktisch
dargestellter Versuche samt Erklärungen zu
verfolgen. Nunmehr versuche ich, diesen kleinen
Video-Abschnitt als einfaches , format- und
qualitätbegrenztes Video von hier aus in das
Internet zu stellen.
An dieser Stelle wird sich demnächst ein Link
auf besagte Kurzfassung befinden.
Damit dürfte vermutlich eine befriedigende
Lösung für alle gefunden sein.
Mit freundlichen Grüßen
Lienhard Pallast
|
Hinweis für die Bestellung
dieses Buchs:
Es kommt mittlerweile häufiger vor, daß dieses Buch in
Buchhandlungen bzw. bei Internetbuchhandlungen nicht
bestellt werden kann, weil es angeblich
"unbekannt" ist. Eigentlich düfte dies nicht
passieren, denn die Mühe, in das sogenannte
"Verzeichnis der lieferbaren Bücher"
("VLB") zu blicken, würde in Buchhandlungen
usw. immer zum Erfolg führen. Begründung: Dieses Buch
trägt die Internationale Standard-Buchnummer (ISBN),
anhand derer Verlag und Lieferbedingungen genau abzulesen
sind.
In
solchen Fällen - wenn also Buchhandlungen usw. aus
Bequemlichkeitsgründen nicht nachsehen wollen - kann die
Bestellung auch sofort an den Lienhard Pallast Verlag
abgesandt werden. Dafür gibt es 4 Möglichkeiten:
a)
Bestellung unter Mail ( lienhard@pallast-publisher.com ) oder
b) Bestellung per Telefon (0 22 44) 58 63) oder
c) Bestellung per FAX (täglich 9 Uhr bis 21 Uhr) unter
(0 22 44) 58 63 oder
d) Bestellung per Brief (Lienhard Pallast Verlag,
Stöckerfeld 7, 53773 Hennef.
Jede
Bestellung wird portofrei, einfach gegen Rechnung und
sofort bearbeitet.
Mit
freundlichen Grüßen
Lienhard
Pallast
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art edition
Band 2

Hier
handelt es sich um ein Buch zur Maltechnik, nicht zu Malweisen. Denn Maltechnik läßt sich per
schriftlicher Anweisung zweckmäßig unterrichten, Malweisen erfordern jedoch
den vormachenden direkten Unterricht im begleitenden
Unterrichtsgespräch durch einen Lehrer; über Malweisen und hiermit
zusammenhängende Maltechnik gibt demnächst ein Video (DVD
oder wahlweise VHS) Auskunft, dessen Produktion durch den
Verlag gerade anläuft. Interessenten hierfür werden
gebeten, sich noch etwas zu gedulden.
124
Seiten, 17 Schwarz-Weiß-Abbildungen, 2 Farbabbildungen,
4 Farbtafeln,
Taschenbuchausgabe, Format B 20 cm x H 17,50 cm (Legal
halbe),
ISBN-Nummer 3-935238-06-1
12,30 Euro
Herausgebender
Verlag: Lienhard Pallast Verlag, Stöckerfeld 7, 53773
Hennef
Inhaltsverzeichnis
und Buchauszüge
Inhaltsverzeichnis
Zur Begrüßung (Buchauszug 1)
»
... Ein paar Worte zur Entstehungsgeschichte dieses
Büchleins; hier: Auszug aus einer Zuschrift an den
Verlag
Ich habe nun schon seit einiger Zeit versucht, mehr über
diese altmeisterliche Maltechnik zu erfahren; und wie
Sie selbst ja sagen nähere Informationen sind sehr
verstreut und nicht einfach zu finden. Speziell wenn man
sich die trockene Aufbereitung über hunderte Seiten in
einem der alten Standardwerke ersparen will, wäre etwas
Neues äußerst wünschenswert.
Ich weiß nicht, wie viele Menschen es tatsächlich
interessieren könnte, so speziell in diese bestimmte
Materie vorzudringen. Aber in Anbetracht der unzähligen
gut besuchten Malkurse in diversen Volkshochschulen, der
massenhaft staunenden Menschen in den Museen und
Sonderschauen dieser Welt und nicht zuletzt ganz
simpel der Faszination, die viele die-ser Meisterwerke
ausstrahlen und der man sich oft auch oder gerade nach
hunderten von Jahren nicht entziehen kann, glaube ich,
dass in diesem Fall ein vernünftig bekannt gemachtes
Angebot in Form eines Buches auch die Nachfrage nach
demselben erhöhen würde. Shops in Museen wären wohl
nur ein geeigneter Ort, solch ein Buch zu vertreiben. ...
Wichtig wären mir nicht nur eine schriftliche
Erläuterung, sondern auch genügend Bilder als
Beispiele. Wobei hierbei sicher zweierlei interessant
wäre. ...
1. Die Technik und Erfahrungen des Autors, der sich die
Mühe macht, alles zusammenzutragen und zu beschreiben,
und über die er genau Bescheid weiß. In Etappen werden
die einzelnen Arbeitsschritte bebildert und beschrieben,
aber noch detaillierter und abgestufter, als in dem
Beispiel auf Ihrer Homepage. ... Von Farben bis zu
Effekten, die in dem betreffenden Bild erzielt werden.
Jeder einzelneEntstehungsschritt, die Art Ihrer Methode
sollte exakt beschrieben werden. ...
2. Bildanalysen verschiedener großer Meisterwerke von
unterschiedlichen Malern - auch mit einzelnen
Entstehungsabschnitten, soweit sie bekannt und
nachvollziehbar sind. Hier wäre es zudem wunderbar, wenn
man extra vom Autor angefertigte Etappen-Studien zur
besseren Veranschaulichung hätte, vergleichbar mit dem
Abschnitt, in dem die Technik des Autors beschrieben
wird. Von der Skizze über das Verdaccio und die ersten
Schichten zu den letzten Lasuren und dem Schlußfirnis.
Allerdings würden hier weniger Schritte und Photos
sicher auch genügen, solange es möglich ist, den
Arbeitsablauf durch Querverweise zur schon im ersten
Kapitel beschriebenen Technik des Autors
nachzuvollziehen. Zusätzliche Informationen, z B:
angefangen von der Farbe des Verdaccio eines Tizian im
Vergleich zu Michelangelo bis zu den Farben auf den
Paletten der unterschiedlichen Maler und andere
persönliche Stilmerkmale wären interessant. Es ist zwar
ein großer Aufwand, aber ich meine, wenn man eine
repräsentative Auswahl von Werken in so einem Buch
nachschlagen könnte, wäre das schon wirklich toll. Auch
hier sind weniger, aber exakt beschriebene mehr wert, als
viele unterschiedliche, die nicht ausführlich
beschrieben sind. Wahrscheinlich sollte man auch gleich
zum besseren Verständnis des Laien eine Dokumentation
der Arbeitsabläufe auf DVD beilegen, in denen die Bilder
mit Kommentaren des Autors unterlegt sind. ...
Sicher, des
Autors Erfahrungen mit seinen Versuchen, altmeisterlich
zu malen, ließen sich hier relativ gestrafft darstellen.
Aussagekräftige und gleichzeitig qualifizierte
Bildanalysen großer Meisterwerke vergangener Epochen
werden gegenwärtig vermutlich daran scheitern, daß
generell zuwenig gesicherte Erkenntnisse darüber
vorliegen, in welcher Art alte Meister vor allem
in ihren jeweiligen Lebensabschnitten gemalt
haben. Außerdem wer hätte die Zeit, solch ein
Buch als immenses Lebenswerk zu schaffen? Eine DVD
(Video) zur vorliegenden Schrift jedoch ist bereits fest
eingeplant. ... «
Vorwort
Kapitel 1
Wie ich mich über mancherlei Umwege
der altmeisterlichen Maltechnik näherte
Kapitel 2
Alte Maltechnik in ihren wesentlichen Grundzügen
1. Grundbegriffe
2. Grundsätzliches zur Flächentönung und zu Lasuren
3. Praktische Arbeiten im Rahmen der Vorbereitung einer
Malfläche
a) Die Grundierung in Weiß
Die Sperrholzplatte
Die fertige Boesnerplatte
b) Die Aufzeichnung
c) Die Versiegelung mit Dammarfirnis oder mit
Acrylemulsion
Dammarfirnisversiegelung auf Sperrholzplatte
für Ölimprimitur
Acrylemulsionversiegelung auf Sperrholzplatte
für Öl- oder Acrylimprimitur
d) Die Imprimitur (Flächentönung)
e) Schematische Zusammenfassung als vereinfachte
Übersicht
Sperrholzplatte
Boesnerplatte
f) Die Weißhöhung nach Doerner (die Untermalung
beginnt)
g) Die Übermalung
Hier vorerst nur Grundsätzliches
4. Zusammenfassung des Kapitels 2
»Alte Maltechnik in ihren wesentlichen Grundzügen«
Kapitel 3
Maltechnische Vorschläge zur Herstellung der Übermalung
Anreiben von Pigmenten; hier: mit Leinöl
Die Auswahl des Bindemittels
a) Leinöl
b) Mohnöl und Sonnenblumenöl
Meine Versuche mit unbehandelten Leinölsorten
Versuche mit eingedickten Leinölen
Harze in Leinölen
Fertige Öle als »Geheimmischungen« verschiedener
Lieferanten
Kapitel 4
Die Pigmente und meine Auswahl
Titanweiß (Titandioxyd)
Brilliantgelb
Indischgelb
Lichter Ocker
Goldocker
Siena gebrannt
Zinnoberrot
Englischrot hell
Caput Mortuum
Ultramarinblau dunkel
Pariser Blau / Preußisch Blau
Kobaltblau hell
Böhmische Grüne Erde
Chromoxydgrün
Umbra gebrannt
Elfenbeinschwarz
Andere Farbvariationen durch Selberbrennen
Kapitel 5
1. Meine praktischen Vorstellungen, unter den bisher
beschriebenen
Voraussetzungen altmeisterlich zu malen
2. Der wichtigste Lehrsatz dieser Schrift stammt von de
Mayerne
3. Weitere Hinweise zum wichtigsten Lehrsatz dieser
Schrift
4. Waren die Alten Meister, was den wichtigsten Lehrsatz
anbetrifft,
immer konsequent gewesen?
Kapitel 6
Tips und Sonstiges
a) Pinselarten, -formen und -behandlung
b) Reinigen der Pinsel
c) Aufbewahrung der Farbpigmente zum praktischen Gebrauch
d) Die Verwendung der Fotografie
e) Das Firnissen
f) Die Bildkontrolle
g) Der Abstand des Malers von seiner Staffelei
h) Die Staffelei
i) Der Malstock
j) Venetianer und Straßburger Terpentin
k) Der Kugelschreiber in Aufzeichnungen
l) Die Verwendung von Sikkativen
m) Künstliche Beleuchtung im Atelier
n) Der Mallappen
o) Gemischte Bindemittel
p) Das »starke Licht und die Darstellung von
Einzelheiten
im Lichteinfluß einschließlich der Darstellung von
Konturen«
q) Meine Langsamkeit während der Arbeit des Bildaufbaues
r) Silberstifte
s) Übermalungen und Trocknung
Kapitel 7
Einkaufsmöglichkeiten
Kapitel 8
Einrahmungen
Kapitel 9
Literatur
Kapitel 10
Malerlehrgänge,
auch Ferienlehrgänge
Kapitel 11
Zeitschriften
Kapitel 12
Malersprüche
(ernste und heitere)
Kapitel 13
Anhang zur
allgemeinen Information
»Vita« (künstlerischer Werdegang des Autors)
mit Ausstellungstätigkeit
1. Ausstellungstätigkeit ab 1951
2. Künstlerischer Werdegang
a) Vita insbesondere zum Thema PhotoArt
b) Vita insbesondere zum Thema altmeisterliche Malerei
____________________________________________________________________________
Buchauszug aus Kapitel 2
» ... d)
Die Imprimitur (Flächentönung)
... Die Imprimitur habe ich früher mit einem
Bindemittel, bestehend aus der Mischung »eingedicktes
Leinöl und Alkydharz« aufgestrichen
(Mischungsverhältnis: 1 Teil Leinöl und 1 Teil
Alkydharz von Schmincke, bekannt unter »Medium Rapid«;
beide müssen übrigens nach dem Kauf sofort gemischt
werden, denn mir ist es anfangs passiert, daß Medium
Rapid alleine in der Flasche nach kurzer Zeit fest wurde;
nach beendeter Mischung läßt sich dieses gemischte
Bindemittel recht lange aufbewahren!).
Dies wurde mir mittlerweile aufgrund längerer
Trocknungszeiten zu arbeitsaufwendig, also zu unbequem.
Statt dessen nehme ich nur noch Acrylharz Lascaux D 498-M
und einen mittelgroßen Schwamm, den ich mit den Maßen 5
x 5 cm aus einem Haushalts- oder Badeschwamm mit einem
scharfen Messer herausgeschnitten habe. Alle Kanten des
unteren Teils des Schwamms bearbeite ich nach dieser
Form.

Abbildung 6
Zurechtgeschnittener Schwamm 5 x 5 cm; die bearbeiteten
Kanten sind sichtbar
Mit diesem Schwamm vermische ich auf einem Brett, das
speziell für die Herstellung der Acryl-Imprimitur (nicht
Öl-Imprimitur) »reserviert« wurde, das trockene
Pigment portionsweise mit dem erwähnten flüssigen
Acrylharz »Lascaux D 498-M« zu einem ausgesprochen
flüssigen Farbbrei (»dünne Suppe«). Dazu benötige
ich speziell ein weißes mittelgroßes Kunststoffbrett
(Fläche etwa DIN A 4), auf dem ich je nach
Flächengröße des zu tönenden Bildes für jeden
Aufstrich etwa 4 bis 10 Spachtelspitzen Pigmentpulver in
relativ kleinen getrennten Stapeln aufsetze. Das weiße
Brett zeigt mir übrigens genauestens die ermischten
Farbmengen, -tiefen und -qualitäten. Das Brett darf
vorher nicht mit Leinöl oder sonstigen Ölen/Fetten in
Berührung gekommen sein daher die vorstehend
genannte »Reservierung« , sonst gibt es
häßliche Schlieren und weniger Haftung der
Imprimiturfarbschicht auf dem Bild. Aus diesem Grund
besitze ich immer zwei Bretter, die ich nur für ihren
speziellen Zweck (entweder für ölhaltige oder ölfreie
Bindemittel) einsetze. Alles muß flott gehen, weil die
Trocknungszeit von Acrylemulsion sehr kurz ist. Der Maler
wird seine Erfahrungen jedoch schnell sammeln.
Das flüssige Acrylharz »Lascaux D 498-M« habe ich
vorher in der vorgesehenen Menge im bereits genannten
Mischungsverhältnis 60 Teile Acryl und 40 Teile Wasser
verdünnt und diese Mischung in eine flache Glasschale
gegeben.
Wenn ich mein vorbereitetes Bild nunmehr mit der
Acryl-Imprimiturfarbe überziehe, nehme ich mit dem
Schwamm eine bestimmte Menge (ausprobieren!) der
angesetzten Acrylflüssigkeit aus der Glasschale auf und
mische auf dem Brett einen der aufgesetzten kleinen
Pigmentstapel zu dem erwähnten dünnflüssigen Brei
zurecht. Diesen Brei trage ich dann auf die weiße
Bildfläche auf. Drehen, Stupfen, Ziehen und kombiniertes
Ziehen/Drehen mit dem Schwamm ergeben die brauchbarsten
Imprimituren, die nicht unbedingt ganz regelmäßig
aussehen müssen bzw. nach meinem Kunstverständnis
keinesfalls aussehen sollten. Im Gegenteil,
unregelmäßig gestaltete Imprimituren können das Bild
später sehr lebhaft werden lassen.
Im Fall kleinerer Bilder gebe ich das auf 60 zu 40
verdünnte Acryl immer in ein weites Schnapsglas, das
garantiert ölfrei ist, und streiche mit einem 24er
Borstenpinsel anstelle des Schwamms. Auch der
Borstenpinsel muß ölfrei sein! Aus diesem Grund besitze
ich zusätzlich einen 24er Borstenpinsel, den ich nie
für die Ölmalerei verwende, nur für die Acrylmalerei.
Etwa 3 bis 6 Lagen ergeben die Imprimiturschicht.
Hinweis: Wenn ich diesen Imprimiturvorgang wiederhole,
muß das Brett vorher gut gesäubert werden, denn
halbfeuchte Acrylreste ziehen Fäden und würden die
nächste Imprimiturschicht beeinträchtigen.
e)
Schematische Zusammenfassung als vereinfachte Übersicht
Sperrholzplatte
Mein Vorschlag für einfachstes Arbeiten:
1. Vorstreichen mit Leimwasser 60 : 1000.
2. Grundieren mit Gips-Zinkweiß-Titanweißmischung;
Bindemittel hierfür: Leimwasser 60 : 1000.
3. Zeichnung mit Bleistift »H« aufbringen und danach
mit Tuschestift Linien nachziehen.
4. Gesamte Fläche mit Acrylemulsion 60:40 pigmentfrei
versiegeln.
5. Imprimiturfarbe mit Schwamm und Acrylemulsion 60:40
drei- bis sechsmal auftragen. Fertig!
Boesnerplatte
Mein Vorschlag für einfachstes Arbeiten:
1. Keine Grundierung mehr erforderlich!
2. Zeichnung mit Bleistift aufbringen und danach mit
Silberstift die Linien nachziehen.
3. Imprimiturfarbe mit Schwamm und Acrylemulsion 60:40
drei- bis sechsmal auftragen. Fertig!
Zusätzliche Anmerkungen:
Die Imprimiturtönung bringe ich, wie gesagt, meistens in
3 bis 6 Lagen auf (je nach Farbtönung und Bildidee) und
lasse die jeweils entstandene Oberfläche
zwischentrocknen im Fall der Acrylimpritur sind
das erfahrungsgemäß jeweils nur 30 Minuten. Ein
Haarföhn, eingestellt auf die leichteste Wärmestufe,
verkürzt die Acryl-Trocknungszeit erheblich. Man muß
aber gut aufpassen, daß nichts reißt!
Sobald eine Acryloberfläche sicher
oberflächengetrocknet ist, läßt sich die nächste
Imprimiturschicht darauf setzen. Keinesfalls vorher! Es
darf nicht übersehen werden, daß der Untergrund der
ersten Imprimiturschicht immer noch feucht ist, so daß
ich aus Vorsichtsgründen nach Beendigung aller
Imprimiturarbeiten mit Acryl frühestens am folgenden Tag
damit beginne, Leinöl darauf zu verwenden.
Grund für meine Vorsicht: Auf einem feuchten
Acryluntergrund blättert Ölfarbe mit hoher Sicherheit
ab!
Anstelle des Schwamms nehme ich im Fall der Acrylimpritur
bei kleineren Gemälden auch einen 24er Borstenpinsel und
töne so die Fläche mit meiner Imprimiturfarbe einfach
und schnell. Streifen entstehen hierbei immer, aber o
Wunder, schon nach der ersten Weißhöhung sind sie zu
einem Teil verschwunden, und wenn die Übermalung fertig
ist, sieht man von den Streifen praktisch nichts mehr.
Streifen können übrigens ich wiederhole mich
mit Absicht sehr grob ausgeführt werden und zur
Bildgestaltung mit ausgenutzt werden.
Verständlicherweise darf eine Imprimitur nicht zu hell
und nicht zu dunkel ausfallen. Fällt sie zu hell aus, so
hat sie praktisch keine ausreichende Funktion und
verbindet die Farben der Übermalung nur unvollkommen mit
der Imprimiturfarbe. Fällt sie zu dunkel aus, werden die
Schattenpartien des Bildes später sehr kräftig und sehr
imprimiturfarbenbeeinflußt. Der Maler wird recht bald
Erfahrung gesammelt haben. ... «
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