| Zweites Malervideo auf DVD: 
Eine weitere DVD, diesmal über ein
Portrait, wurde hergestellt.
Es war mir erst in den letzten Monaten
völlig klar geworden, daß in Maler-Diskussionsforen,
die ich besucht habe, eins offensichtlich ist: Maler
suchen neben "Kunst der Bildanlage" (Die Themen
lauten: Motiv, Genauigkeit in der Abbildung,
Farbenauswahl, Schärfe und Unschärfe, Perspektive und
Sonstiges) ganz besonders Auskünfte über Maltechnik zu
erlangen. Die Diskussionsbeiträge zeigen es. Darüber -
so scheint es mir - wird der Maltechnik ein Stellenwert
eingeräumt, der viel zu hoch angesetzt wird. Mehr noch,
die "Kunst der Bildanlage und die Kunst der
Bildgestaltung" (das sind die eigentlichen Künste
des Malens ! ) sind in ihrer Wichtigkeit anscheinend noch
garnicht ausreichend erkannt worden.
Sicher, fast alles an "reiner" Maltechnik
läßt sich durch Bücher erlernen, aber die Malkunst
selbst erfordert vermutlich immer das
"Vormachen" durch einen Lehrer im
Lehrer-Schüler-Gespräch, im weniger günstigen Fall,
wenn es nicht anders geht, das "Vormachen"
durch ein Unterrichts-Video, z. B. auf DVD. Sofern - wie
in der Zuschrift erwähnt - praktische Ratschläge über
Fleischtöne (Hauttöne) erwünscht sind, lassen sich
solche Ratschläge guten Gewissens nicht über Bücher
vermitteln. Ob das einleuchtet? Ich bin der Auffassung,
daß es hier keine Alternative als das
"Vormachen" sprich Vormalen gibt .
Seien wir hinsichtlich des Themas "Hauttöne"
doch einmal ehrlich; immerhin gibt es bei Männern,
Frauen und Kindern die unterschiedlichsten Hauttöne
("Fleischtöne"), die sich bekanntermaßen nach
Wechsel in andere Lebensalter recht deutlich verändern.
Darüber hinaus ist es ein großer Unterschied, welche
Imprimiturfarbe genommen wird und ob die Gesichtsfarbe
gerade von Tageslicht beschienen wird oder von
Glühlampenlicht oder Neonlicht. Wenn ich an Tageslicht
denke, so erkenne ich auch, daß die Haut morgens anders
aussieht als mittags oder abends. Außerdem besitzen
Chinesen allgemein betrachtet eine andere Hauttönung als
Indianer, Mitteleuropäer, Bantu oder Aborigines. Fettige
Haut ist ganz anders in den Licht- und Glanzwirkungen als
trockene Haut. Es dürften ein paar hundert Variationen
hierbei herauskommen. Und diese
"klassifizierenden" Kriterien gelten nur für
den einzigen sehr speziellen Fall, nämlich der Absicht
des Malers, einen zu Portraitierenden möglichst
"fotorealistisch naturgetreu" darstellen zu
wollen. Das ist bereits die erste Einengung
in der Ausführung von Portraits, für die es eigentlich
keine künstlerische Erlaubnis in Form irgendeiner
intelligenten Begründung gibt. Hinzu kommt folglich
etwas Wichtigeres als die einfache Naturtreue, nämlich
der persönliche Wunsch nach künstlerischer Darstellung
- die bekanntermaßen keinerlei Rücksicht auf Naturtreue
nimmt, sondern frech, provokant und produktiv bis zur
völlig freien Farb- sowie Formenauswahl führt. Einer
unserer modernen Künstler, der vor wenigen Jahren
verstorbene großartige Horst Jansen, hat uns mit seinen
Selbstportraits (besonders den farbigen und farbig
getönten Radierungen) eine revolutionäre Lehre wie eine
Leitlinie an die Hand gegeben !
Diese 2. DVD ist am 30.11.2007 fertig geworden
und trägt den Titel "Selbsportrait 2007".
Hier folgt
ein Link auf die Seite zum Malerfilm 2
"Selbstportrait 2007".
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Lienhard Pallast
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