Von höchster Brisanz:
"Irak-Krieg
2003"
Die Meinung eines
US-amerikanischen katholischen Bischofs
Zitat
aus Publik-Forum, der Zeitschrift kritischer
Christen, Nr. 5, 2003
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"Herr Präsident, bitte sagen
Sie dem Volk die Wahrheit über den Terrorismus. Wenn die
falschen Vorstellungen über den Terrorismus nicht
ausgeräumt werden, wird die Bedrohung fortdauern und uns
am Ende komplett vernichten.
Die Wahrheit ist, dass keine von unseren tausenden
Atomwaffen uns vor dieser Gefahr beschützen kann. Auch
Systeme wie Krieg der Sterne - egal wie fortgeschritten
sie sind und wie viele Milliarden Dollar für sie
hinausgeschmissen werden - werden uns nicht vor einer
Atomwaffe schützen können, die mit einem Schiff, einem
Flugzeug, in einem Koffer oder einem Mietauto hierher
transportiert wird. Keine Waffe Ihres umfangreichen
Arsenals und kein Cent der 270 Milliarden Dollar, die
jedes Jahr in den so genannten Verteidigungshaushalt
fließen, kann eine terroristische Bombe verhindern. Das
ist eine militärische Tatsache.
Herr Präsident, Sie haben dem amerikanischen Volk nicht
die Wahrheit gesagt, als Sie erklärten, Afghanistan und
der Sudan müssten bombardiert werden. Sie sagten, wir
seien Zielscheibe des Terrorismus, weil wir die
Demokratie, die Freiheit und die Menschenrechte in der
Welt verteidigen. Was für eine Absurdität. Wir sind
Zielscheibe des Terrorismus, weil unsere Regierung in
weiten Teilen der Welt Diktatur, Sklaverei und
menschliche Ausbeutung verteidigt. Wir sind Zielscheibe
der Terroristen, weil wir gehasst werden.
In wie vielen Ländern haben Agenten unserer Regierung
demokratisch gewählte Repräsentanten beseitigt und sie
durch Militärdiktatoren ersetzt - willfährige
Marionetten, die bereit sind, ihr Volk an die
multinationalen Konzerne zu verkaufen? Wir haben dies im
Iran getan, als die Marines und die CIA Mossadegh
absetzten, weil er die Absicht hatte, die
Erdölversorgung zu verstaatlichen. Wir ersetzten ihn
durch den Schah Reza Palehvi, bewaffneten, trainierten
und bezahlten seine gehasste Nationalgarde Savak. Diese
versklavte und terrorisierte das iranische Volk, um die
Finanzinteressen unserer Mineralölkonzerne zu schützen.
Ist es nach all dem schwer sich vorzustellen, dass es im
Iran Menschen gibt, die uns hassen? Das Gleiche haben wir
in Chile und in Vietnam getan. Und es ist nicht allzu
lange her, dass wir es im Irak versucht haben.
Ist es nicht offensichtlich, wie viele Male wir es in
Nicaragua und anderen lateinamerikanischen Republiken
getan haben? Nach und nach haben wir die demokratischen
Regierungen ersetzt, welche die Reichtümer des Landes
unter ihrem Volk aufteilen wollten, das sie schuf. Wir
haben sie gegen blutrünstige Tyrannen ausgetauscht, die
ihr eigenes Volk verkaufen, um ihre Privatkonten zu
vergrößern. Das erreichten wir durch die Bezahlung
üppiger Bestechungsgelder, bis die Reichtümer dieser
Länder von Konzernen wie Sugar, United Fruits Company
oder Folger ausgebeutet werden konnten.
In einem Land nach dem anderen hat unsere Regierung die
Demokratie durch die Diktatur ersetzt. Und deshalb werden
wir auf der ganzen Welt gehasst. Und deshalb sind wir
Zielscheibe der Terroristen. Das kanadische Volk genießt
Demokratie, Freiheit und Menschenrechte ebenso wie das
norwegische oder schwedische. Haben Sie jemals davon
gehört, dass die Botschaften dieser Länder bombardiert
wurden? Wir werden nicht gehasst, weil wir die
Demokratie, Freiheit und Menschenrechte praktizieren. Wir
werden gehasst, weil unsere Regierung den Ländern der
Dritten Welt diese Prinzipien verweigert, da ihre
Ressourcen unseren multinationalen Konzernen Appetit
machen. Dieser Hass, den wir gesät haben, wendet sich
nun gegen uns in Form des Terrorismus und in Zukunft
möglicherweise auch in Form des nuklearen Terrorismus.
Sobald wir aber einmal die Wahrheit über die Existenz
seiner Bedrohung und seine Voraussetzungen gesagt haben,
wird auch die Lösung des Problems offensichtlich: Wir
müssen unsere Praxis ändern. Wir müssen uns unserer
Waffen entledigen (unilateral, wenn notwendig), was
unsere Sicherheit verbessern wird. Ein drastischer
Wechsel in unserer Außenpolitik wird ebenfalls der
Sicherheit dienen. Anstatt unsere Söhne und Töchter
durch die ganze Welt zu schicken, anstatt Araber zu
töten, damit wir das Erdöl unter ihren Wüsten
ausbeuten können, sollten wir sie dorthin schicken, um
deren Infrastrukturen aufzubauen, sie mit Trinkwasser zu
versorgen und die ausgehungerten Kinder zu ernähren.
Anstatt tagtäglich tausende irakische Kinder mit unseren
Wirtschaftssanktionen zu töten, sollten wir den Irakern
helfen, ihre Elektrizitätswerke und
Wasseraufbereitungsanlagen, ihre Krankenhäuser und alle
anderen Strukturen wieder aufzubauen, die wir zerstört
haben. Statt Rebellion, Destabilisierung und Mord zu
unterstützen, sollten wir die CIA auflösen und das
dafür verschwendete Geld Hilfsorganisationen zukommen
lassen.
Zusammenfassend heißt das: Wir sollten gut sein statt
böse sein. Wer würde uns dann hassen? Wer wollte uns
dann bombardieren? Dies ist die Wahrheit, Herr
Präsident. Und es ist nötig, dass das amerikanische
Volk sie hört."
«ÜBERSETZUNG; SEBASTIAN PFLUGBEIL
Der
Autor, Robert Bowman, ist Erzbischof der Vereinigten
Katholischen Kirche in Melbourne Beach, Florida. Er war
Armee-Oberst und flog im Vietnamkrieg über 100 Einsätze.
Mit freundlichen Grüssen
Ihr Lienhard Pallast

mail@pallast-publisher.com
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Tag
der letzten Bearbeitung: 08.01.07
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