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VorseiteLeseprobe 1:
Inhaltsverzeichnis
und Vorwort
Inhalt::
Vorwort
Kapitel 1
Was ist Militär?
Was ist Feindseite?
Der Standard des Kriegführens
Die praktische Realisierung der Kriegsführung in der
Menschheitsgeschichte
Die Praxis der Kriegsführung in unserer Neuzeit
Bekannte Allgemeinplätze zur militärischen Moral
Die Aufrüstung der Armeen
Zur Motivation der Soldaten
Verfeinerungen und Vergröberungen der Motivationen
Gott über alles liebhaben
Kapitel 2
Betrachtungen über die moralischen Grundlagen
der Militärseelsorger
Was ist ein Militärseelsorger?
Betrachtungen über die gesetzlichen Grundlagen der
Militärseelsorger
Betrachtungen über die religiösen Grundlagen der
Militärseelsorger
Das Alte und Neue Testament (AT und NT) sind die
unmittelbaren
religiösen Grundlagen der Militärseelsorger
Wie weit darf man gehen, um nach Moral und Unmoral im AT
zu forschen?
Themen, die behandelt werden müssen, um Fragen nach der
moralischen Qualifikation des Lieben Gottes zu klären
1. Die Sintflut und in ihrem Gefolge die Vernichtung
des Lebens auf der Erde durch den Lieben Gott
(»die Vernichtungsmaschinerie der Nazis war dagegen
herzlich unvollkommen«)
2. Die Vernichtung Sodoms und Gomorras durch den Lieben
Gott (»Homosexualität wird zum erstenmal verteufelt und
bestraft«)
3. Der Opferungstest Abraham/Isaak durch den Lieben Gott
(»die Erfindung des nützlichen Kadavergehorsams für
staatliche
und kirchliche Obrigkeit«)
4. Menschenopfer, die der Liebe Gott als Hochheiliges
dankend entgegennahm, 3Mose27,28-29
(»Menschenopfer waren nicht erst der Azteken und Inkas
Erfindung«)
5. Die erste Selektion der Geschichte auf des Lieben
Gottes Befehl,
4Mose31,1 (»Selektion auf Verwendungsfähigkeit oder
Vernichtung«)
6. Die religions-rassehygienischen Gesetze des
Lieben Gottes, 5Mose7,1 (»Hatte Hitlers "Mein
Kampf"
hier einen anregenden alten Vorläufer?«)
7. Die vollständige Vernichtung ganzer Bevölkerungen
auf des Lieben
Gottes Befehl, 5Mose13,13 (»Gefangene werden nicht
gemacht!«)
8. Des Lieben Gottes Wehrpflichtige und seine
Kriegsführungsvorschriften 5Mose20,1
(»Hitlers Generäle hätten ihre Freude am Lieben Gott
gehabt?«)
Kapitel 3
Die gegensätzliche Auffassung des Jesus von Nazareth zu
Gottes
biblischer Gewalttätigkeit und Barbarei, enthalten in
Bergpredigt
und Feldpredigt (»Jesus schuf und verehrte einen ganz
anderen
Gott als den Lieben Gott der Bibel !«)
Einleitung
Existierten Strafrecht und Barbarei im vorderasiatischen
Bereich schon
vor der göttlichen Gesetzgebung in den Büchern Mose der
Bibel?
Zu Beginn: Nähere Beschreibung von Strafen, die in
Vorläufergesetzen sowie im AT (Gottes Gesetze) angedroht
werden
Beispiele I: Grundsätze der Vergeltung bei
Körperverletzungen
unterschiedlichster Art
Beispiele II: Grundsätzliche Regelungen zur Ehe:
Beispiele III: Grundsätzliche Regelungen bei
Ehescheidungen
Beispiele IV: Garantie der besonderen Stellung der Eltern
im
Familienver-band als schutzbedürftige
Kleinstlebensgemeinschaft
Beispiele V: Besonders barbarische Regelungen
Und nun Schlußfolgerungen aus Jesu Predigen und Leiden
Jesus stand zum Lieben Gott des AT im direktem Gegensatz
und war des Lieben Gottes Gegner
Einige Betrachtungen über Jesu Logien
Schlußbemerkung und Zusammenfassung zu diesem Kapitel
Kapitel 4
Und was sagt das Soldatengebetbuch nach 1945 zu
christlichen
Moralgrundsätzen? Haben die Kirchen aus ihren
schwerwiegenden
Fehlern der Zeit des Nationalsozialismus gelernt?
Vorab-Untersuchungen
Alles wichtige, was der christliche Soldat braucht,
steht im Soldatengebetbuch?
Kapitel 5
Und zu guter Letzt: Christentum und Militärseelsorge
aus den Kommödienstadl
Ein abschließendes Wort zum Thema
Vergeben, Verzeihen und Verzichten
Nachwort
Endnoten
Vorwort
Am 6. März 1940 schrieb Gustav Psyrembel, der sich als
Christ im ursprünglichen Sinne der Bergpredigt verstand
und deshalb den Kriegsdienst verweigert hatte, im letzten
Brief an seine Mutter (hier ausschnittsweise zitiert aus
»Kriegsdienstverweigerung im Dritten Reich, Albrecht und
Heidi Hartmann, 1986 Frankfurt, Haag & Herchen
Verlag«):
» ... Liebe Mama, ich hatte Dir in meinem letzten Brief
schon mitgeteilt, daß ich vor dem Termin stehe. Heute
teile ich Dir mit, daß ich die Sache hinter mir habe. Es
war kurz und verlief ruhig, denn ich habe mir keine
falsche Hoffnung gemacht und war aufs Schlimmste gefaßt.
Für mich gab es nur zwei Dinge, entweder bekennen oder
verleugnen. Ich wurde gleich am Anfang darauf
hingewiesen, daß ich mich vor keinem Kirchenkonzil
befinde, um über religiöse Fragen zu entscheiden,
sondern vor einem Kriegsgericht. Die Beweggründe meiner
Tat und meine Überzeugung wurden für irrig angesehen
und abgelehnt. Nur das Vergehen und die Tat wurden in
Betracht gezogen. Daß ich mich zeitweise dem Wehrdienst
entzogen habe; die Weigerung, einen Gebrauch von der
Waffe zu machen; die Weigerung, den Fahneneid zu leisten
und den deutschen Gruß zu erweisen. Die schwerste
Belastung ist ja die Nichtleistung des Fahneneids, darauf
ruht die Todesstrafe. Ich hatte einen Rechtsanwalt als
Verteidiger, der eine Freiheitsstrafe beantragte, doch
dies wurde abgelehnt und die Todesstrafe über mich
verhängt.«
Die nachfolgende Hinrichtung war das Ende von Gustav
Psyrembel.
Gustav Psyrembel war in Reinkultur das, was zu Zeiten des
Urchristentums ein »Christ« genannt wurde, ehe sich der
Staat das Christentum unter den Nagel riß; das war 325
n. Chr. unter Konstantin dem Großen.
Ja, Gustav Psyrembel war ein richtiger »Urchrist«.
Nicht mehr, nicht weniger. Die Urchristen lehnten jede
Gewalt ab, selbstverständlich jeden Kriegsdienst. Noch
nicht einmal öffentlichen Hinrichtungen durften sie
beiwohnen. Wer sich als Taufbewerber vorstellte, aber als
»Träger der Schwertgewalt« fungierte, wurde
zurückgewiesen.
Wer heutzutage zum Militär geht freiwillig,
beruflich oder als Wehrpflichtiger , ist also nicht
mehr christlich im urchristlichen Sinne?
Oder überhaupt nicht christlich?
Aber was ist der jetzt?
Die verwirrendste Antwort auf diese Fragen geben die
Militärseelsorger, denn auch sie geben vor, Christen aus
echtem Schrot und Korn zu sein. Sie lehnen jedoch die
Gewalt, die vom Militär ausgeht, nicht rundweg ab.
»Militär muß sein, man muß sich doch wehren
können!« Das höre ich immer wieder.
Militärseelsorger sagen, sie sorgen für die Seelen der
Soldaten. Als nützlicher Nebeneffekt tritt ein, daß
sorgenbefreite Soldaten viel besser kämpfen als
sorgenbeladene; letztlich dient jede Militärseelsorge
der Stärkung militärischer Kampfkraft. Niemand stellt
dies in Zweifel. Ist das christlich?
Die Antwort auf die Frage, wer sich nun als Christ
bezeichnen könne, muß ich nicht geben, denn sie wurde
prinzipiell bereits vor 2000 Jahren durch einen
Bauhilfsarbeiter erteilt. Der verstieg sich sogar zu
einer Predigt auf dem Berg und predigte verbindlich
Vergebung und Verzeihung anstelle von Vergeltung,
Zurückschlagen und Gegenangriff. Das ist nachlesbar.
Wort für Wort. Muß das ein Militärseelsorger aber
nachlesen? Und wenn es eines Tages einen gibt, der
nachliest, wird sein Verhalten sich dann ändern?
Unter anderem auch, weil er zu friedfertig und
nonkonformistisch dachte, wurde der Bauhilfsarbeiter
exekutiert. Am Kreuz. Die Militärseelsorge läßt
generell keine Chance aus, diesen Bauhilfsarbeiter zum
zweitenmal zu kreuzigen; denn Militärseelsorger greifen
letztlich jenen erkennbar unter die Arme, die Vergeltung,
Zurückschlagen und Gegenangriff gelernt haben oder darin
mordsmäßig gut ausbilden.
Wer hat jetzt recht? Der religiöse Gustav Psyrembel?
Dieser friedfertige und nonkonformistische
Bauhilfsarbeiter mit seiner hundertemillionenfach
nachgedruckten, aber praktisch unbekannten weil nie oder
nie aufmerksam gelesenen Bergpredigt? Die gewaltlosen
Ur-chri-sten? Die Militärseelsorger?
Warum eifern die Militärselsorger nicht ihrem
Bauhilfsarbeiter konsequent nach?
Was ist das sensationell Neue und Ungewöhnliche am
Christentum? War dieser Bauhilfsarbeiter nicht Jude wie
alle seine Mitbürger?
Hatten die Juden ein anderes Verhältnis zur Gewalt?
Waren die Gebote der Bergpredigt anders als die
mosaischen Gebote, die ausschließlich auf Gebote des
Lieben Gottes zurückgingen?
Im folgenden erzähle ich von meinen Denkversuchen.
Hennef, im Juli 2000
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